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Was erwarte ich von einer guten Shisha-Bar

Vorwort

Dieses Dokument spiegelt einfach mal meine persönlichen Empfindungen und Vorstellungen wider. Es gibt genug Auflagen von Behörden und Ämtern, die hierbei nicht berücksichtigt werden. Alles hat mit rechtlichen Aspekten nichts zu tun. Es geht einfach nur um eine Auflistung aus Sicht eines Gastes. Vieles davon habe ich schon erlebt und für gut oder schlecht befunden.

Wie heißt es in einem chinesischen Sprichwort so schön: Der dumme Mensch lernt aus seinen  eigenen Fehlern, der kluge Mensch aus den Fehlern anderer.

 

Räumlichkeiten

In schlauen Büchern heißt es „Der erste Eindruck zählt, der letzte Eindruck bleibt.“ Und genauso ist es auch in der Shisha-Bar. Der Gast möchte reinkommen und sagen „Wow, schön hier, hier könnte ich es eine Weile aushalten.“ Dazu zählt eine wohlige Atmosphäre, gute Musik, ansprechende Beleuchtung, schönes Mobiliar und vor allem der freundliche Empfang durch das Personal. Allerdings auch das Thema Belüftung zählt hier schon dazu. Keiner will in dichtem Nebel und den verschiedensten Tabakraucheindrücken seinen Platz ertasten. Das ist mit ein paar offenen Fenstern nicht getan, denn vor allem bei kühleren Temperaturen draußen frieren schnell die Gäste (vor allem die weiblichen, die ihr ja auch ansprechen wollt).

Das Mobiliar sollte nicht nur schön aussehen, es sollte zum Ambiente passen, einen gepflegten Eindruck machen und vor allem bequem sein. Nur so hält der Gast es ein paar Stunden mit einer (oder gar mehreren Shishas) bei euch aus. Brandlöcher sind zwar häufig anzutreffen, aber sehr unschön anzusehen.

 

Licht, Musik, TV, WLAN

Das Licht sollte loungetypisch sein, je nachdem, wie ihr euren Laden ausrichtet. Nicht zu grell, nicht zu schummrig. Man sollte die Karte ohne Hilfe einer Taschenlampe lesen können.

Die Musik sollte gut und passend sein. Hier kann auch gern ein DJ auflegen, allerdings keine Musik, zu der sofort jeder tanzen will. Das ist nicht der Zweck der Lokalität. Sie sollte gut hörbar, aber nicht zu laut sein. Shisha ist traditionell etwas geselliges, da will man sich unterhalten dabei und die Leute gegenüber noch verstehen können.

Ich persönlich finde, ein TV gehört in eine Sportsbar, nicht in eine Shisha-Lounge. Es ist klar, dass man größere Sportereignisse gerne mitnimmt, um Kundschaft zu gewinnen. Aber mit Maß und Ziel. Wenn zu viele Bildschirme den ganzen Abend über laufen lenkt es die Gäste vom eigentlichen Zweck des Besuches ab, der Geselligkeit. Da sind schon Smartphones Ablenkung genug, aber heute natürlich in aller Hände.

Apropos Smartphones, eure Kunden werden es sehr schätzen, wenn ihr kostenloses WLAN anbietet. Oftmals ist das eine recht kleine Investition mit großem Anklang.

 

Speisen/Getränke

Es sollte eine gute Auswahl geben an Getränken und Kleinigkeiten zum Essen. Da viele (vor allem weniger „süchtige“) Shisha-Raucher bei manchen stärkeren Tabaksorten gerne mal einen Nikotinflash bekommen, sollte es hier gute „Gegenmittel“ geben in Form von zucker- und koffeinhaltigen Getränken. Und bitte: hier nicht bei einer 0,2l Cola zu 6€ anfangen. In guten Bars gibt’s für nen knappen 5er ganze 0,6l. Und glaubt mir, das läuft trotzdem gut, denn ihr macht da noch genug Gewinn dabei. Und bitte auch keine Billigvarianten.

Ein paar gut gemachte Cocktails bereichern das Programm, wobei die meisten Shisha-Freunde normal nicht zum Koma-Saufen zu euch kommen.

Als Snacks eignen sich allerhand Fingerfood wie Baguettes, aber auch Tapas etc. Hier liegt auch nicht euer Fokus. Also klein halten. Ein paar kostenlose Knabbersachen am Tisch fallen den Kunden wohlwollend auf.

 

Bedienung (Getränke/Essen)

Hier wünscht sich der Gast kompetentes Personal, das einen freundlich empfängt, gut berät und den schmalen Grat zwischen Aufdringlichkeit und Kundennähe beherrscht. Die Leute sollten wissen, was ihr an Getränken und Speisen parat habt und auch die Spirituosen kennen. Es ist einfach peinlich, wenn ein Gast einen Single Malt verlangt, ihm erzählt wird es gibt nur Jacky und dann sieht er an der Bar Flaschen mit Talisker und Jura. Hier spielt auch die Ehrlichkeit eine Rolle. Kein Gast will angelogen werden. Da kommt es besser zu sagen „Oh, kleinen Moment bitte, ich schau mal nach was wir im Hause haben.“, als es einfach abzutun und zu sagen es gibt nix.

 

Shishas

Kommen wir zum wichtigsten Thema, dem eigentlichen „Arbeitsgerät“. Hier sollten wir uns bewusst sein, dass wir viele „kompetente“ Gäste haben werden. Viele kennen sich sicher schon etwas aus, haben vielleicht selbst eine Pfeife zu Hause oder der Kumpel hat eine, wissen wie es teilweise schmecken muss oder haben ihre Erwartungen. Genau dafür muss man ausgestattet sein.

Erwartet werden 2 Sorten Pfeifen: Traditionelle Wasserpfeifen (kurz: Tradi) für die klassischen Sorten Doppelapfel und Traube-Minze, sowie Edelstahl- (oder zumindest Alu-) Pfeifen für den restlichen Tabak.

Die Tradi-Pfeifen sind meist aus Messing. Das bedeutet, dass das Material schnell den Geschmack des Tabaks annimmt. Das hat Vor- und Nachteile. Für die Sorten Doppelapfel und Traube Minze sollte es jeweils nur dafür benutzte Tradi-Pfeifen geben. Diese sollte man natürlich auch entsprechend kennzeichnen. Auch die Ziegenleder-Schläuche sollten nur für den jeweiligen Geschmack genutzt werden, ebenfalls entsprechend gekennzeichnet. Tradi-Pfeifen sind allgemein günstiger als moderne aus Edelstahl, der Kostenfaktor hierfür ist also begrenzt. Der Durchzug ist hier gewohnt schwerer.

Alle anderen Sorten machen sich in Edelstahlpfeifen sehr gut (Alu geht auch, wenn man sparen will). Passender Kopf, entsprechender Aufsatz/Kamin je nach Belieben, los kann es gehen. Edelstahl ist leicht zu reinigen und nimmt keinen Geschmack an. Ideal also, um die vielen Sorten immer (b)rauchbar präsentieren zu können. Hier sollte der Durchzug gut sein. Die Schläuche sollten aus ebenso „wartungsfreundlichem“ Silikon sein.

 

Tabak

Beim Tabak sollte man ein gutes Spektrum vorrätig haben. Social Smoke ist der Standard und wird in jeder Bar erwartet. Ich würde mir persönlich insgesamt vielleicht 4-5 Marken aussuchen und davon was anbieten. Vielleicht True Passion ein paar Sorten, Maridan hat ebenfalls gute Sorten, Star Smokers sind grad auf dem aufsteigenden Ast mit einem Klasse Tabak. Noch Chaos für die Hype-Jünger mit Hoodie. Hier ist erlaubt, was dem Publikum gefällt und was gerne angenommen wird. Das regelt sich mit der Zeit eh durch Angebot, Nachfrage und die leider oft schwankende Qualität des Tabaks.

 

Shisha-Karte

Dies ist die wichtigste Karte im Haus. Hier entscheidet sich der Kunde schon mal vorab, eh er beraten wird, was er mag. Haben wir kundige Gäste, so ist jede Beratung überflüssig. Man weiß, was man mag. Und nichts ist teurer, als in einer Bar mit Tabak zu experimentieren.

Es ist nicht damit getan, einfach nur zu schrieben „Doppelapfel, Mango, Zitrone, Kaugummi, …“ … damit kann keiner etwas anfangen. Als Gast erwartet man etwas das folgende (Beispiel):
Social Smoke: Voltage (Geschmack: Wassermelone, Zitrone, Amaretto)

Und bitte auch hier Original und Ehrlichkeit! Wer das Original kennt, wird es bestellen. Und viele merken den Unterschied, ob ich Social Smoke draufschreibe und dann einen billigeren Nachbau verkaufe. Und wenn sowas bekannt wird, ist der Ruf vorbei.

Die Preisgestaltung ist natürlich eine Rechnung für sich. Hier muss man alle mit einrechnen, was man investiert hat und was man anbietet. 15€ für einen guten großen Kopf Social Smoke in einer guten Edelstahl-Pfeife sind noch recht normal, für einen billigeren Tabak kann man das aber nicht verlangen. Egal wie man das nennt (Beispiel aus meiner Vergangenheit: Chef-Mischung) Kaum einer zahlt so viel für eine Shisha, wo er zuhause eine ganze Dose davon bekommt. Ambiente hin oder her.

 

Shisha-Meister

Ich nenne ihn mal den Shisha-Meister, die Person, die hinter den Kulissen das Rauchvergnügen für den Gast vorbereitet. Er ist die geschmacklich wichtigste Person, denn mit dem Kopfbau steht und fällt der Geschmack der Shisha! Er sollte einige Erfahrung haben mit den verwendeten Tabak-Sorten und auch wissen, welchen Tabak man mit welchem Kopf/Setup und in welcher Pfeife am besten serviert. Auch Hygiene und Reinigung sind sein Gebiet, Hygiene ist sehr wichtig. Einwegmundstücke sind für jeden, der am Mundstück nuckelt, Pflicht!

 

Bedienungen (Shishas)

Beim Thema Tabak kommt die Shisha-Bedienung ins Spiel. Diese Person(en) sollten sich mit dem Tabak gut auskennen, ebenso mit der „Wartung der Shisha“ während des Rauchens. Wenn ein Gast Beratung wünscht, so sollte sich mit einigen wenigen Fragen ein passender Tabak finden lassen.

Ebenfalls ist es wichtig, beim Rauchen auf den Kunden einzugehen. Wenn einem eine Shisha nicht wirklich zusagt oder der Kunde sich beschwert, der Tabak/Shisha schmeckt nicht, so ist die Bedienung gefragt. Sie sollte auch wissen, wie muss der Tabak schmecken, tut er das auch, liegt es eher am Kunden, war der Tabak nicht seines, … Hier ist es oft besser, die 2-3€ in einen neuen Kopf zu investieren, als einen Kunden zu haben, dem die Shisha nicht schmeckt und der deshalb verärgert ist. Kulanz und Verständnis sind die Zauberworte.

Ein guter Shisha-Kellner weiß auch, wann der Kunde eine Shisha bekommen hat. Man kann bei Zeiten vorbei schauen, die Kohlen abklopfen oder neue bringen. Das sollte nicht der limitierende Faktor sein.

 

Kohle

Kohlen sind immer Naturprodukte. Mal ist die eine Marke etwas besser, mal die andere. Sie sollten sauber brennen und wenig Asche produzieren. Und sie sollte vom Personal regelmäßig erneuert werden. Auch hier weiß hoffentlich der Shisha-Meister, was man grade nutzen kann und was nicht. Für den Kunden spielt das eine eher untergeordnete Rolle, sein Tabak-Kopf muss laufen und darf nicht nach Kohlen schmecken. Die Kohlen sollten idealerweise im Freien oder bei bester Lüftung/Abzug angezündet werden.

 

Sicherheit

Eng verbunden mit den Kohlen ist das Thema Sicherheit. Brandschutz und Ordnungsamt meine ich nicht direkt damit. Allerdings hat es schon so mancher Shisha-Bar das Genick gebrochen, wenn es auf Grund schlechter Belüftung plötzlich Kohlenmonoxid-Vergiftungen bei den Gästen gab. Das ist meist das Todesurteil für die Bar! Dabei ist es so einfach, zumindest einige Kohlenmonoxid-Melder im Raum zu verteilen und bei Warnschwelle einfach mal kräftig zu lüften. Die Gäste verstehen das, ihnen ist die Gesundheit wichtiger als alles andere.

 

Kopfbau – so klappt der Einstieg

Heute hab ich mal ein Thema, das viele beschäftigt: der Kopfbau. Ich will einen kurzen Einstieg hier bieten und vor allem zeigen, dass man sooo viel nicht falsch machen kann.

Wie ihr an den Bildern sehr, hab ich mir einen sehr beliebten Kopf als Beispiel genommen: den KS Appo Stein-Ton-Kopf. Ich rauche ihn am liebsten mit Sieb (Seflex normal).

1) Kopf nehmen

2) Sieb rein (geht leichter finde ich)
Nun kommt es drauf an mit was ihr rauchen wollt. a:Kamin, b:Lotus oder c:OneSmoke.

3) Tabak locker flockig reinfallen lassen
a) bis etwas über den Rand. Der Kamin hat ohnehin noch etwas Abstand
b+c) bis zum Rand. Beim Lotus tauchen die Noppen in den Tabak etwas ein, dann habt ihr Kontakt, oder der OneSmoke hat etwas Luft, dann habt ihr Abstand. Klappt beides gut, keine Sorge.

4) Anfeuern. Die Kohlen sollten immer gut durchgeglüht sein, das heißt keine schwarzen Flecken irgendwo auf der Kohle. Wenn ihr die Kohle in der Zange haltet und drauf blast, sollte es überall schön rot aufflammen. Dann ist sie richtig.
a) Je nach Tabak und Kohlen 3-4 Stück auf den Kohlesieb legen. Zum Anrauchen ruhig etwas näher an den Kamin und dann … erstmal warten. Nach 1-2 Minuten könnt ihr mal langsam anfangen zu ziehen. Der Appo braucht etwas, um auf Touren zu kommen.
b) 2 Kohlen rein, Deckel drauf, Lüftungsöffnungen geschlossen. Warten. Ebenfalls nach 1-2 Minuten anziehen.
c) 1 Kohle rein, wieder warten. Da ihr den Boden schon mit auf dem Anzünder hattet (hoffe ich), könnt ihr recht schnell anrauchen. Nach 30 Sekunden sollten sich erste Ergebnisse zeigen.

5) Hitzemanagement – zu wenig
Ist zu wenig Hitze da, habt ihr zwar etwas Geschmack, der Rauch will aber nicht so recht nachkommen und eure Bowl bleibt oben nur „neblig“. Dann solltet ihr drüber nachdenken, mehr Hitze zu geben.
a) Kohle weiter nach innen. Wenn ihr schon ganz innen seid, Kohle nach aussen und eine dazu. Bei Bedarf dann auch weiter rein.
b) Öffnungen zu. Normal ist immer genug Hitze da, wenn man etwas wartet.
c) Auch hier reicht die Hitze normal. Wenn nicht, noch ne (kleine/halbe) Kohle oben durch die Öffnung drauf.
Wichtig hier: Lasst dem Kopf Zeit, sich der Veränderung anzupassen! Grade beim Appo werdet ihr etwas warten müssen, bis er die Hitze wieder etwas abgibt

6)Hitzemanagement – zu viel
Wenn ihr raucht merkt ihr instinktiv, wann es zu viel wird. Zumindest geht es mir so. Ist zu viel Hitze da, ist der Rauch zwar weiß und dicht, aber … wie soll ich es beschrieben … für mich schmeckt der Rauch dann seifig. Als „Nichtraucher“ (zumindest was Zigaretten angeht) muss man langsam husten, man bekommt ein Kratzen im Hals usw. Das ist ein Zeichen, dass zu viel Hitze da ist.
a) Kohlen ganz nach außen. Wenn sie schon ganz außen sind, nicht scheuen, eine runter zu nehmen. Es kam bei mir auch schon vor, dass ich am Ende nur noch 2 Kohlen drauf hatte, der Geschmack aber ok war. Perfekt.
b) Erst Öffnungen auf, wenn das nicht reicht, Deckel runter. Und wenn das alleine nicht hilft, ruhig auch mal eine Kohle raus.
c) passiert eigentlich eher selten
Wichtig auch hier: dem Kopf Zeit lassen!

Und nun mal ran. Es ist nicht schwer und ihr solltet schon sehr gute Ergebnisse erzielen. 🙂

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